Jedes Kind lernt Englisch anders – und das ist gut so. Erfahren Sie, wie Alter, Lerntyp und Tempo zusammenspielen und wie Sie Ihr Kind optimal unterstützen.
Englisch für Legastheniker: So lernen Kinder mit LRS erfolgreich Englisch
- Warum ist Englisch für Legastheniker besonders schwierig?
- Englisch lernen mit LRS: Praktische Strategien für Eltern
- Englisch-LRS-Übungen für zu Hause
- Häufige Fehler von Eltern – und wie Sie sie vermeiden
- Wie Novakid Kinder mit LRS beim Englischlernen unterstützt
- Fazit: Englischlernen mit LRS ist gut möglich
- Kinder mit LRS können Englisch lernen – mit den richtigen Methoden ist der Fremdsprachenerwerb gut zu bewältigen, auch wenn Englisch wegen seiner unregelmäßigen Aussprache-Schreibung-Beziehung eine zusätzliche Herausforderung ist.
- Phonics-basierte Methoden, also das systematische Üben der Laut-Buchstaben-Zuordnung, gehören zu den wirksamsten Strategien beim Englischlernen mit Legasthenie.
- Kurze, multisensorische Lerneinheiten mit Wiederholung (Spaced Repetition) schlagen lange Lernblöcke – besonders beim Vokabellernen.
- Typische Fehler wie zu viele Vokabeln auf einmal oder isoliertes Vokabelpauken lassen sich mit gezielten Alternativen vermeiden.
- Novakid kombiniert Phonics, Einzelunterricht und individuelle Förderung – ideal für Kinder mit LRS.
Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) können Englisch erfolgreich lernen, wenn Eltern und Lehrkräfte auf multisensorische, strukturierte Methoden wie Phonics setzen und den Fokus zunächst auf Hören und Sprechen statt auf Schreiben legen.
Vokabeltests, Hausaufgaben, Frust beim Vorlesen: Wenn Ihr Kind mit LRS bereits im Deutschen zu kämpfen hat, wirkt eine weitere Sprache oft wie eine zusätzliche Hürde. Dabei liegt der Schlüssel nicht in mehr Üben, sondern in anderen Methoden – mit denen Englischlernen auch mit LRS gelingt und sogar Freude machen kann.
Warum ist Englisch für Legastheniker besonders schwierig?
Legasthenie betrifft den gesamten Schriftspracherwerb – also nicht nur die Muttersprache, sondern jede Sprache, die ein Kind lesen und schreiben lernt. Bei Englisch kommt jedoch eine sprachliche Besonderheit hinzu, die das Lernen zusätzlich erschwert:
- Wenig lautgetreu: Englisch hat rund 44 Laute, die auf nur 26 Buchstaben verteilt werden – deutlich mehr Kombinationen und Ausnahmen als im Deutschen.
- Unregelmäßige Schreibweisen: Derselbe Buchstabe wird je nach Wort unterschiedlich ausgesprochen (z. B. „read“ im Präsens vs. Präteritum), und viele Wörter werden völlig anders geschrieben als gesprochen – etwa „through“, „knight“ oder „enough“.
- Homophone: Wörter wie „meat“/„meet“ oder „see“/„sea“ klingen gleich, werden aber unterschiedlich geschrieben und bedeuten Verschiedenes – eine zusätzliche Fehlerquelle für Kinder, die sich beim Schreiben stark am Klang orientieren.
- Historisch gewachsene Schreibweise: Die englische Orthografie ist seit rund 500 Jahren kaum verändert, während sich die gesprochene Sprache seither weiterentwickelt hat. Die Schreibweise vieler Wörter spiegelt also nicht mehr wider, wie sie heute klingen.
Der Übergangspunkt Klasse 5: In der Grundschule läuft der Englischunterricht meist spielerisch und mündlich ab, weshalb LRS-bedingte Lernschwierigkeiten oft kaum auffallen. Beim Wechsel auf die weiterführende Schule wird der Unterricht plötzlich lehrwerk- und schreiblastiger, Vokabeltests rücken in den Vordergrund – und genau dann zeigen sich die Schwierigkeiten bei vielen Kindern erstmals deutlich.
Die vier häufigsten Problembereiche im Überblick:
- Aussprache: Viele englische Laute existieren im Deutschen gar nicht oder klingen sehr ähnlich wie andere Laute.
- Lesen: Verlangsamtes Lesetempo, Verlieren der Zeile, Auslassen oder Vertauschen einzelner Laute und Silben.
- Schreiben: Häufig übertragen Kinder deutsche Rechtschreibregeln unbewusst aufs Englische – etwa „sch“-Laute wie im Deutschen statt der englischen Schreibweise.
- Grammatik: Andere Zeitformen und Satzstrukturen binden zusätzliche kognitive Kapazität, die bei LRS ohnehin stärker beansprucht ist.
Englisch lernen mit LRS: Praktische Strategien für Eltern
Die gute Nachricht: Legasthenie ist kein Grund, warum ein Kind kein Englisch lernen kann – es braucht lediglich andere Wege. Multisensorisch-strukturierte Lernmethoden, die Hören, Sehen, Sprechen und Schreiben gezielt kombinieren, gelten in der Fremdsprachendidaktik für Kinder mit LRS als fachlich anerkannter Ansatz und bilden die Grundlage der folgenden Strategien.

Bevor wir Ihnen konkrete Methoden zum Englischlernen mit LRS vorstellen, lohnt sich ein Blick auf die emotionale Seite:
Vokabeln lernen mit LRS: So bleibt der Wortschatz hängen
Klassisches Vokabelpauken über lange Listen überfordert Kinder mit LRS häufig – hier ein paar Alternativen, die besser funktionieren:
- Erst hören, dann schreiben: Neue Vokabeln sollten Kinder mit LRS zunächst hören und laut nachsprechen, bevor sie versuchen, sie zu schreiben. So verknüpft sich das Wort zuerst mit Klang und Bedeutung, nicht mit einer möglicherweise verwirrenden Schreibweise.
- Wörter im Kontext statt isoliert lernen: Statt einzelne Vokabeln auswendig zu lernen, sollten Wörter direkt in kurzen Sätzen oder Geschichten vorkommen. Das erleichtert nicht nur das Behalten, sondern auch das spätere Wiedererkennen.
- Thematische Gruppierung: Vokabeln, die zu einem Thema gehören (z. B. Tiere, Essen, Familie), lassen sich leichter merken als eine bunte, willkürliche Wortliste.
- Eselsbrücken nutzen: Kleine Merksätze oder Bilder-Assoziationen helfen besonders bei schwierigen Wörtern – zum Beispiel „island hat ein s, weil man auf einer Insel schwimmen (swim) kann“. Solche Eselsbrücken sind bei LRS oft wirksamer als reines Wiederholen.
- Karteikarten in fünf Schritten: Vokabellernen mit Karteikarten funktioniert bei LRS am besten mit einer festen Routine: Karte anschauen, Wort laut vorlesen, Karte umdrehen bzw. verdecken, das Wort aus dem Gedächtnis aufschreiben und dabei laut aussprechen, anschließend mit der Karte überprüfen. Diese feste Abfolge trainiert mehrere Sinne gleichzeitig und macht Fehler sofort sichtbar, ohne dass sie negativ auffallen.
- Spaced Repetition (verteilte Wiederholung) einplanen: Karten, die Ihr Kind schon sicher beherrscht, wandern seltener in den Stapel, schwierige Wörter dagegen häufiger. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass Wörter genau dann wiederholt werden, kurz bevor sie in Vergessenheit geraten – deutlich effektiver als stures Wiederholen ohne System.
- Multisensorisches Vokabellernen: Je mehr Sinne beteiligt sind – hören, sehen, sprechen, schreiben, bewegen – desto besser bleibt ein Wort hängen. Ein Wort gleichzeitig zu hören, laut auszusprechen und mit einer Geste oder einem Bild zu verbinden, verstärkt die Verankerung im Gedächtnis deutlich.
Phonics: Der Schlüssel zur Laut-Buchstaben-Zuordnung
Phonics-basierte Methoden helfen Kindern mit LRS gezielt bei der Graphem-Phonem-Korrespondenz, also dabei, Buchstaben und Buchstabenkombinationen systematisch mit ihrem Klang zu verbinden. Statt Wörter als Ganzes auswendig zu lernen, lernt Ihr Kind wiederkehrende Muster zu erkennen – etwa, dass „th“ in „think“ anders klingt als in „this“. Diese strukturierte Herangehensweise macht die englische Rechtschreibung Schritt für Schritt berechenbarer, statt sie als willkürliches Auswendiglernen zu erleben.
Echolesen und Hörverstehen vor Schreiben
Beim Echolesen hört Ihr Kind zunächst einen englischen Satz oder kurzen Text vor und wiederholt ihn dann laut – das hilft dabei, Betonung und Rhythmus der Sprache zu verinnerlichen, ohne sich gleichzeitig mit der Schreibweise auseinandersetzen zu müssen. Generell erleichtert ein Fokus auf Kommunikation und Hörverstehen Englisch für Legastheniker erheblich, da die Belastung durch Lesen und Schreiben zunächst reduziert wird. Hörbücher und Filme mit englischen Untertiteln sind dafür ideal: Sie fördern das Sprachgefühl, ohne dass Ihr Kind aktiv schreiben muss.
Visuelle Hilfen und Farbcodierung
Bilderkarten, Mindmaps und farbig markierte Wortgruppen unterstützen Kinder mit LRS dabei, sich Wörter und deren Bedeutung besser zu merken. Farbcodierung eignet sich besonders gut, um grammatikalische Strukturen sichtbar zu machen – etwa wenn Verben immer in einer Farbe und Substantive in einer anderen markiert werden. Das hilft nicht nur beim Vokabellernen, sondern auch dabei, englische Grammatik visuell greifbarer zu machen. Wichtig ist dabei, sparsam mit Farben und Bildern umzugehen: Zu viele visuelle Reize auf einmal können eher ablenken als unterstützen.
Digitale Tools gezielt einsetzen
Vorlesefunktionen, Diktier-Apps und speziell entwickelte Englisch-Lern-Apps können Kinder mit Legasthenie spürbar entlasten, da sie Lese- und Schreibaufwand reduzieren und stattdessen den Fokus aufs Sprachverständnis legen.
Kurze Einheiten, viel Wiederholung, Abwechslung
Mehrere kurze Lerneinheiten sind für Kinder mit LRS deutlich effektiver als eine lange Unterrichtsstunde. Wichtig ist außerdem, die Lernmethoden abwechslungsreich zu gestalten – wer immer dieselbe Übungsform nutzt, verliert schnell die Motivation. Geduld und regelmäßige Pausen sind dabei kein Zeichen von langsamem Lernen, sondern unterstützen den Lernprozess aktiv.
Englisch-LRS-Übungen für zu Hause
Neben strukturierten Methoden helfen auch ganz konkrete Übungen, die sich einfach in den Alltag einbauen lassen:
- Wortfamilien bilden: Wörter mit ähnlicher Schreibweise oder ähnlichem Klang gemeinsam üben (z. B. „cat“, „hat“, „mat“). Das trainiert das Erkennen wiederkehrender Muster, ohne dass jedes Wort einzeln gepaukt werden muss.
- Hörübungen: Kurze englische Audioclips, Hörbücher oder Hörspiele anhören und anschließend einzelne Wörter oder Sätze nachsprechen lassen – das trainiert Aussprache und Hörverstehen gleichzeitig.
- Englische Lieder mitsingen: Einfache Kinderlieder auf Englisch gemeinsam singen, am besten mit sichtbarem Text zum Mitlesen. Der Rhythmus und die Melodie helfen dabei, Aussprache und Satzmelodie fast nebenbei zu verinnerlichen.
- Bild-Wort-Zuordnung: Karten mit Bildern und dem passenden englischen Wort verbinden lassen. Das verankert Bedeutung und Wort direkt miteinander, ganz ohne Umweg über die deutsche Übersetzung.
- Farben zum Markieren nutzen: Schwierige Buchstabenkombinationen (z. B. stumme Buchstaben wie in „knee“) in einer auffälligen Farbe markieren, damit sie besser im Gedächtnis bleiben.
- Bewegung einbauen: Vokabeln mit Gesten, kleinen Bewegungen oder sogar Tanzschritten verknüpfen – das aktiviert zusätzliche Sinneskanäle und macht das Lernen gleichzeitig spielerischer.
- Sprachspiele: Einfache Spiele wie Memory mit englischen Wörtern, Bingo mit Vokabeln oder kleine Ratespiele sorgen dafür, dass Übung nicht wie Pauken wirkt, sondern Freude macht.
Häufige Fehler von Eltern – und wie Sie sie vermeiden
Beim Englischlernen mit LRS schleichen sich leicht Fehler ein, die den Fortschritt unnötig bremsen. Die häufigsten:
Zu viele Vokabeln auf einmal.
Lange Vokabellisten überfordern Kinder mit LRS schnell und führen zu Frustration.
Lösung: Vokabeln in kleine Portionen aufteilen und zwischen den Einheiten bewusst Pausen einplanen.
Ausschließlich schriftlich lernen.
Wer Wörter nur als geschriebene Liste lernt, ohne sie zu hören oder in einem Satz zu verwenden, hat es beim Erinnern deutlich schwerer.
Lösung: Immer zuerst hören und sprechen, dann erst schreiben – und Wörter in Sätzen statt isoliert einführen.
Fehler ständig korrigieren.
Wird jeder Rechtschreibfehler sofort korrigiert oder negativ bewertet, sinkt schnell die Motivation, überhaupt etwas auf Englisch zu schreiben oder zu sprechen.
Lösung: Fehler als normalen Teil des Lernprozesses behandeln, Fortschritte aktiv loben und den Fokus zunächst auf Verständigung statt auf Perfektion legen.
Fehlende Wiederholung.
Neue Vokabeln oder Regeln werden einmal geübt und dann nicht mehr aufgegriffen – so wandern sie selten ins Langzeitgedächtnis.
Lösung: Feste, kurze Wiederholungsroutinen einbauen, idealerweise nach dem Prinzip der Spaced Repetition.
Zu später oder gar kein Nachteilsausgleich.
Viele Eltern wissen nicht, dass der Nachteilsausgleich, den Kinder mit LRS in Deutsch erhalten, auch für den Englischunterricht gilt.
Lösung: Frühzeitig mit der Schule sprechen und die Fördermöglichkeiten auch für das Fach Englisch einfordern. Bei anhaltenden Schwierigkeiten kann zusätzlich ein Lerntherapeut oder eine Lerntherapeutin wertvolle Unterstützung bieten.
Wie Novakid Kinder mit LRS beim Englischlernen unterstützt
Der Englischunterricht bei Novakid setzt genau an den Punkten an, die für Kinder mit LRS besonders wichtig sind:
- Einzelunterricht: Ihr Kind lernt nicht in einer großen Klasse, sondern im eigenen Tempo, ohne Ablenkung und mit voller Aufmerksamkeit der Lehrkraft.
- Phonics-Methode: Die Laut-Buchstaben-Zuordnung wird Schritt für Schritt vermittelt, statt Wörter als Ganzes auswendig zu lernen.
- Kommunikativer Ansatz: Muttersprachliche Lehrkräfte legen den Fokus zunächst auf viel Sprechen und Hörverstehen – ganz ohne Vokabelheft und Übersetzungsdruck.
- Multisensorisches Lernen: Spiele, Reime, Lieder sowie Mimik und Gestik fördern spielerisches und mehrkanaliges Lernen.
So wird LRS im Englischunterricht bei Novakid nicht zur Barriere – die individuelle Förderung steht im Mittelpunkt.
Fazit: Englischlernen mit LRS ist gut möglich
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bedeutet nicht, dass Ihr Kind keine Fremdsprache lernen kann – auch wenn Englisch aufgrund seiner unregelmäßigen Schreibweise eine besondere Herausforderung darstellt. Mit multisensorischen, strukturierten Methoden wie Phonics, kurzen Lerneinheiten und einem Fokus auf Kommunikation statt Perfektion kann Ihr Kind Schritt für Schritt Selbstvertrauen und Freude am Englischlernen aufbauen.
Buchen Sie jetzt eine kostenlose Probestunde bei Novakid und erleben Sie, wie Ihr Kind mit Spaß und der passenden Methode Englisch lernt – auch mit LRS.
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Questions and answers
Ja. Mit den richtigen Methoden – vor allem Phonics, multisensorischem Lernen und einem Fokus auf Hörverstehen – können Kinder mit LRS Englisch erfolgreich lernen.
Englisch ist im Vergleich zu Deutsch wenig lautgetreu: 44 Laute verteilen sich auf nur 26 Buchstaben, viele Wörter werden anders geschrieben als ausgesprochen, und Homophone wie „meat“ und „meet“ sorgen für zusätzliche Verwirrung.
Besonders wirksam sind Phonics-Übungen zur Laut-Buchstaben-Zuordnung, Echolesen, Wortfamilien, Bild-Wort-Zuordnung sowie Hörbücher, Filme und Lieder mit englischen Untertiteln.
Idealerweise multisensorisch: zuerst hören und laut sprechen, dann erst schreiben. Zudem helfen thematische Gruppierungen, Eselsbrücken, Lernen im Satzkontext statt isolierter Listen sowie Wiederholung nach dem Spaced-Repetition-Prinzip.
Hilfreich sind Apps mit Vorlesefunktion, Diktierfunktion und multisensorischen Lernelementen, die den Schreibaufwand reduzieren und stattdessen Hören und Sprechen in den Mittelpunkt stellen.
Ja, der Nachteilsausgleich gilt nicht nur für Deutsch, sondern auch für den Englischunterricht. Sprechen Sie dazu frühzeitig mit der Schule.
Ja, besonders wenn er – wie bei Novakid – auf Einzelunterricht, Phonics und Kommunikation statt auf reines Schreiben setzt. Muttersprachliche Lehrkräfte und multisensorische Elemente wie Spiele und Lieder unterstützen den Lernprozess zusätzlich.
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